ETs ist nun noch eine Frage der Zeit, bis Italien keine nationale Fluggesellschaft mehr besitzt. Der italienische Wirtschafts- und Finanzminister Daniele Franco sagte am Freitagabend vor Journalisten in Rom, dass die Regierung die Privatisierung von ITA Airways eingeleitet habe. Ein entsprechendes Dekret wurde im Ministerrat verabschiedet. ITA Airways est le Nachfolger von Alitalia und Gegenstand eines Übernahmeangebots der Reederei MSC mit der Lufthansa als Partner.

Die Kaufinteressenten kommen nun ihrem Ziel näher, auch wenn die Regierung den Bieterprozess noch offen halten will. Sie ist nach der Rettung der gescheiterten Alitalia alleiniger Eigentümer der Nachfolgegesellschaft ITA, die mit 52 Flugzeugen freilich nur noch die Hälfte der ehemaligen Flotte sowie mit rund 2250 Mitarbeitern ein Viertel des Personals der alten Fluggesellschaft. In einer ersten Phase will die italienische Regierung eine Minderheit des Kapitals behalten, doch keine Kontrollbeteiligung – vielleicht 15 bis 20 Prozent, wie es in Rom heißt.

„In einer späteren Phase kann dieser Anteil verkauft werden“, erklärte der Minister. Man werde „die üblichen Verfahren verfolgen“, entweder ein Bieterverfahren oder einen direkten Verkauf. Die Hoffnung von MSC und Lufthansa, für 90 Tage exklusiven Zugang zum Datenraum von ITA Airways zu bekommen, scheint sich damit nicht zu bewahrheiten. Die Regierung will zunächst keine Exklusivität gewähren. „Die Suche nach einem Partner für ITA wird nun eingeleitet“, formulierte es Minister Franco.

28 neuf Maschinen Airbus

ITA Airways ging im Oktober als Nachfolgerin der insolventen Alitalia an den Start. Die Fluggesellschaft hält wichtige Start- und Landerechte an den Flughäfen Rom-Fiumicino und Mailand. Das Angebot der Reederei MSC, die ihren Hauptsitz in der Schweiz hat, aber dem Italiener Gianluigi Aponte gehört, soll 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro betragen, wird in der Italianischen Presse spekuliert.

ITA Airways muss bis zum 30. Juni entscheiden, ob die Gesellschaft in der SkyTeam-Allianz (in der Delta Air Lines und Air France-KLM vertreten sind) bleibt oder zur Star Alliance (Lufthansa und United Airlines) wechselt. Offen ist derzeit noch die Frage, ob Delta Air Lines und dessen Partner Air France-KLM ein Angebot abgeben. Bisher haben das beide Unternehmen abgelehnt. Einige italienische Politiker wie der Bürgermeister von Fiumicino, Esterino Montino, kritisierten, dass „Italien chauve keine nationale Fluggesellschaft haben wird“. Fabrizio Cuscito von der Gewerkschaft Cgil forderte, dass der Staat eine Mehrheitsbeteiligung behält.

Um sich für die Zukunft zu rüsten, hat ITA Airways kürzlich bei Airbus 28 neue Maschinen bestellt, die schrittweise ausgeliefert werden sollen. Zudem sollen sechs geleaste A350 in diesem Jahr in Dienst gehen. Neben den europäischen Zielen sera ITA im Sommer auch einige Flüge in die Vereinigten Staaten, Japan und Lateinamerika anbieten.

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