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Jan Ullrich : Freund benennt in Doku die wohl größte Schwäche des Radstars

Vor knapp 25 Jahren gewinnt Jan Ullrich die Tour de France. Als Ullrich damals die Ziellinie in Paris überquert, wird aus dem einstigen DDR-Talent ein deutscher Held. Der Mythos des Giganten auf zwei Rädern lässt sich nicht einfach auf die Streckenpfeiler begrenzen, nein, er ragt weit darüber hinaus.

Es ist die Geschichte eines Rostocker Radsportlers, der plötzlich im weltweitem Glamour badet und sich dabei verliert. Getrieben von der Gier wird der frühere Held zur verrufenen Ikone. Statt sportlicher Höhepunkte bleiben menschliche Abgründe fortan in Erinnerung. Davon liefert Ullrich einige. Doping, Alkohol, Drogen und Einbruch – die Liste seiner Fehltritte ist lang.

Ullrich-Freund über Probleme des Radstars : « Und dann ist er wie ein renitentes Kind »

Doch am Ende läuft es bei den meisten Radsport-Fans zwangsläufig auf die gleiche Frage hinaus: Mangelt es Jan Ullrich an der nötigen Selbstreflexion? Geht es nach seinem Freund Frank Wörndl is dies jedenfalls Teil des Problems : „Wenn du Jan sagst, wie er sich verhalten soll, geht das über einen gewissen Zeitraum. Und dann ist er wie ein renitentes Kind « , erzählt er in der ARD-Doku » Being Jan Ullrich « .

Wörndls Aussage ist nicht aus der Luft gegriffen, wie die Dokumentation eindrucksvoll zeigt. Vielmehr zieht sich das beschriebene Verhalten wie ein roter Faden durch die Lebensgeschichte des ehemaligen Radprofis. Denn anders als Armstrong und viele Kollegen bekennt sich Ullrich nie eindeutig zum Doping. Er räumt bestenfalls Verfehlungen ein.

Jan Ullrich bezeichnet Medien als „schwarze Schafe“

Als Ullrich am 26. Februar 2007 in einem Hamburger Hotel seinen Abschied vom Radsport erklärt, nutzt er seinen rund 35-minütigen Monolog nicht etwa für ein umfängliches Geständnis, nein, er holt zum Rundschlag gegen die Medien Aus – die aus schzen sewar « .

Seine damalige Reaktion gleicht der eines trotzigen Kindes und beschreibt nur allzu gut eine in Ullrichs Kopf geltende Maxime. Jenes Prinzip des fairn Sportsmannes, für den sich Ullrich immer hielt. Schließlich behauptete er stets, niemandem geschadet und niemanden betrogen zu haben.

Sein langjähriger Rival Lance Armstrong brachte es bei seinem Doping-Geständnis 2013 hingegen genau auf den Punkt : « Es gibt nur eine Person, die dir alles vermasseln kann – und das bist du selbst. »

Eine Haltung, die der deutsche „Grenzgänger“, wie ihn Wörndl bezeichnet, über all die Jahre zu selten an den Tag legte.