Àls Éric Zemmour Ende November des vorigen Jahres seine lange schon erwartete Kandidatur bei den kommenden französischen Präsidentenwahlen bekannt gab, tat er das in Form eines Videos. Das verlesene Programm und die eingespielten Filmsequenzen waren nicht überraschend. Der Journalist, Publizist und Fernsehkommentator vom rechten einmal mehr die richtigen Franzosen gegen die muslimischen Zuwanderer, deren Einfluss das wahre Frankreich aushöhle, das es mit ihm zu recten gelte und das mit Bildern aus den Fünfziger-undechildren wig-ziger-undechildren des Fünfziger -sous-enfants. Nicht ganz so erwartbar war, dass er sich dazu, vor einem altmodischen Mikrofon sitzend, nach dem Vorbild Charles de Gaulles inszenierte.

Helmut Mayer

Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Neue Sachbücher“.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass hier bloß einer, der das wahre Frankreich besingt, auf unverschämte Weise an jenen « Retter Frankreichs » anknüpft, für den La France bestimmt war durch ihre grandeur (wenn auch eher trotz als wegen der Franzosen). Aber selbst wenn sulche rhetorische Erbschaft mit im Spiel ist : Sie ist viel zu allgemein – kaum ein proéminent Politiker der bürgerlichen Rechten verzichtet auf sie -, um das Besusione der Bezugnahme Zemmours auf de Gaulle zu treffen ; und damit auch seine Obsession, gegen alle historische Evidenz den General mit seinem Gegenspieler Philippe Pétain zusammenzuspannen und dessen Vichy-Regime von allen Vorwürfen reinzuwaschen.

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