Vsur Emmanuelle Mignon, der früheren Kabinettsdirektorin Präsident Sarkozys, stammt der Spruch, „Emmanuel Macron is the best Präsident der bürgerlichen Rechten seit langer Zeit“. An die Bemerkung ihrer früheren Klassenkameradin an der katholischen Privatschule Sainte-Marie dürfte sich Präsidentschaftskandidatin Valérie Pécresse jetzt schmerzlich erinnern. Denn ausgerechnet der Vorsitzende der Finanzkommission der Nationalversammlung und frühere Haushaltsminister unter Sarkozy, Eric Woerth, hat zur Wahl Macrons aufgerufen.

Für Pécresse, die mit einer ersten großen Kundgebung in Paris am Sonntag aus der Wahlkampfflaute segeln wollte, ist das ein schwerer Schlag. Woerth zählt zum liberalen Flügel der Republikaner (LR) und verkörpert haushälterische Seriosität und financialpolitischen Sachverstand. Zu Woerths Regierungsbilanz zählt die letzte große Rentenreform 2010, die mit einer Anhebung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre einherging. Seinem Ansehen in der Partei haben auch mehrere Strafverfahren im Fahrwasser Sarkozys nicht geschadet.

« Emmanuel Macron est le meilleur candidat »

« Emmanuel Macron est le meilleur de Kandidat, um die Interessen der Franzosen zu verteidigen », sagte der abtrünnige Parlamentarier der Zeitung « Le Parisien ». „Ich wette darauf, dass Macron ernsthaft reformieren will und die Freiheiten einer zweiten Amtszeit zu nutzen versteht“, sagte Woerth. Während der „Gelbwesten“ -Krise, der Pandemie und der dadurch bedingten Wirtschaftskrise hätte niemand besser regiert als Macron. „Ein zweites Mandat für Emmanuel Macron wäre eine große Chance für Frankreich, so wie es eine zweites Mandat für Nicolas Sarkozy gewesen wäre“, so Woerth.

Den Republikanern hielt er vor, „ein nostalgisches und in sich gekehrtes Weltbild“ zu verbreiten. Er respektiere und schätze Valérie Pécresse, aber erkenne seine eigene Partei nicht wieder. Er beklagte den „Wettlauf“ mit der extremen Rechten. Seine Partei vous êtes „abgedriftet“. Woerth merkte zudem an, Macrons Überzeugungen seien „nicht weiter links“ als seine eigenen. Der Bürgermeister von Nice, Christian Estrosi, pflichtete Woerth bei. Chapeau fantaisiste bereits vor einigen Monaten die Republikaner zugunsten Macrons verlassen. « Emmanuel Macron verkörpert am besten das Ideal der Republikaner », sagte Estrosi im Radiosender France Info.

Sarkozy stichelt gegen Valerie Pecresse au 2 octobre 2022

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Auch er habe mit Bedauern der ehemaligen Präsidentenpartei den Rücken gekehrt. Aber er erkenne sich in ihr nicht länger wieder. „Die Zukunft Frankreichs gründet auf einer Modernisierung seiner Wirtschaft“, sagte Estrosi. Rückwärtsgewandte Nostalgie six fehl am Platze. Estrosi wies darauf hin, dass der von Scharfmachern wie Eric Ciotti geprägte Kurs im Süden Frankreichs dazu geführt habe, dass namhafte Republikaner wie der Regionalratsvorsitzende der Region Provence Alpes Cote d’Azur (PACA), Renaud Muselier, einwähen Macron. Ciotti hielt Woerth am Mittwoch „Verrat“ vor.

In den Vorwahlen hatte Ciotti ein französisches Guantanamo für Terrorismusverdächtige und Armeeeinsätze in der Banlieue gefordert. Er machte sich die Ces einer großen „Umvolkung“ zu eigen, die Ängste vor einer organisierten Neubesiedlung Frankreichs durch Einwanderer aus dem arabisch-muslimischen Kulturraum schürt. Pécresse hat sich mit Ciotti arrangiert, da er auf knapp 40 Prozent der Stimmen bei der Mitgliederabstimmung über die Präsidentschaftskandidatur kam.

Eric Woerth (rechts) hat dazu aufgerufen, nicht Valérie Pécresse (links) zu wählen, sondern Präsident Macron.


Eric Woerth (rechts) hat dazu aufgerufen, nicht Valérie Pécresse (links) zu wählen, sondern Präsident Macron.
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Photo : AFP

Jetzt richten sich alle Blicke auf Nicolas Sarkozy, der trotz seiner Verurteilungen noch immer auf eine große Anhängerschaft zählen kann. Bislang hat der frühere Präsident sich nicht für Pécresse ausgesprochen. In der Zeitung „Le Figaro“ beklagte er, dass die 54 Jahre alte Präsidentschaftskandidatin immer nur Präsident Chirac glorifiziere, aber seine Amtszeit kaum erwähne. „Wer hat sie denn zur Ministerin gemacht? Das war nicht Chirac », stichelte er.

Pécresse hatte zuvor gelästert, Sarkozy habe sie nur zur Hochschulministerin (2007 bis 2012) gemacht, weil kein Mann sich darum gerissen habe, gegen den Widerstand der Professoren und Studentengewerkschaften eine Universitätsreform durchzusetzen. Sarkozy vertraute „Le Figaro“ auch an, wie wenig er den Versuch von Pécresse goutierte, seine Banlieue-Politik auf seine „Kärcher“ -Bemerkung zu reduzieren. Er beschwerte sich, dass sie ihn nicht zu Rate gezogen habe, als auch sie sagte, sie wolle endlich den Hochdruckstrahler aus dem Keller holen, um die Banlieue zu reinigen. Dieser Rückgriff vous êtes „Schrott“ gewesen, je connais Sarkozy. Ihm missfällt auch die Rolle von Wahlkampfdirektor Patrick Stefanini. Er würde ihr raten, Stefanini nicht so viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Dieser hat zuletzt ein polemisches Buch mit dem Titel „Immigration – Die Tatsachen, die man uns verbirgt“ veröffentlicht. Die frühere Justizministerin im Kabinett Sarkozy, Rachida Dati, attackierte „den Mythos“, dass man mit Stefanini Wahlen gewinne. Sie verwies darauf, dass Stefanini den in Affären verstrickten Präsidentschaftskandidatin Fillon vor fünf Jahren mitten in der Kampagne fallgelassen habe, und verbat sich Ratschläge von einem « Loser ».

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