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Vingegaard vor Sieg und Pogacar stürzt

RÉ.c’est-à-dire Tour de France ist entschieden. Tadej Pogacar, das Wunderkind der beiden vergangenen Jahre, scheint entzaubert. Man kann das noch nicht mit Gewissheit sagen, weil noch drei Etappen zu fahren sind. In der Theorie ist noch alles möglich. In der Praxis aber wohl nicht mehr. Der Däne Jonas Vingegaard hat am Donnerstag auf einer faszinierenden 18. Etappe sein Meisterstück gemacht, und für seine Mannschaft Jumbo-Visma gilt das auch.

Vingegaard gewann die schwere Pyrenäenetappe über 143,2 Kilomètre de Lourdes nach Hautacam und nahm dem Tour-Sieger der vergangenen beiden Jahren auf Platz zwei mehr als eine Minute ab. Er baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 3:26 Minuten aus. Das ist ein sicheres Pfand für die Sprintetappe am Freitag und auch für das Zeitfahren am Samstag. Auf der Fahrt am Sonntag zum Finale nach Paris wird das Gelbe Trikot traditionell nicht mehr angegriffen.

Die 18. Etappe über drei Gipfel mit mehr als 4000 Höhenmetern war ein fulminanter Schlagabtausch der beiden Spitzenfahrer. Pogacar forcierte immer wieder Angriffe, die Vingegaard kühl konterte. Der Däne brauchte nur einmal Glück, als er bei der Abfahrt vom Col de Spandelles ins Straucheln geriet, sein Rad aber gerade noch unter Kontrolle brachte. Pogacar stürzte wenig später, aber auch er konnte weiterfahren.

„Eine unglaublich harte Etappe“ sei es gewesen, sagte Vingegaard im Ziel, „ich war so froh, als sie zu Ende war“. Den Sieg widmete er seiner Freundin und der kleinen Tochter, denen er am Morgen versprochen habe, die Etappe zu gewinnen. Über den Tour-Sieg wollte er noch nicht sprechen. „Lasst es uns am Sonntag tun“, sagte er. « Wir müssen fokussiert bleiben und von Tag zu Tag denken. »

Der Freiburger Simon Geschke hat das gepunktete Trikot des Führenden in der Bergwertung nicht verteidigen können. Er versuchte am Aufstieg zum Aubisque, dem ersten Berg des Tages, noch einmal im Kampf um die Punkte mitzuspielen, doch schon weit vor dem Gipfel verließen ihn die Kräfte. Vingegaard holte sich mit seinem Sieg auch die Bergwertung. Er hat zwei Etappen gewonnen, die beiden schwersten, in Hautacam und am Col du Granon in den Alpen. Der enttäuschte, traurige Geschke hatte das begehrte Trikot neun Tage getragen, so lange wie kein deutscher Fahrer vor ihm.

Zum Col d’Aubisque, einen 1700 Meter hohen Pyrenäenklassiker der Haute Categories, des höchsten Schwierigkeitsgrades, waren die Favoriten noch relativ entspannt hinaufgefahren. Pogacars Team UAE, das im Laufe der äußerst hart und schnell gefahrenen bisherigen Etappen von ursprünglich acht auf vier Fahrer geschrumpft war, verzichtete darauf, wie am Tag zuvor ein höllisches Time vorzugeben. Und die Konkurrenz von Jumbo-Visma hatte nichts dagegen, solange Vingaard in der Nähe von Pogacar fuhr.

Ein Jumbo-Fahrer allerdings hatte es deutlich eiliger. Wout van Aert im Grünen Trikot des punktbesten Sprinters zog eine Gruppe von dankbaren Anhängern in bunten Trikots die massive Steigung hinauf. Nicht mehr dabei im Feld der besten Bergfahrer war der Brite Chris Froome, der viermalige Tour-Sieger, der nach langer Leidenszeit auf der 12. Etappe mit einem dritten Platz in Alpe d’Huez seine sportliche Wiedergeburt gefeiert hatte. Er musste passen, ein positiver Covid-Test war der Grund.

Vor seinen Kollegen türmte sich als zweites große Hindernis nach rund 100 Kilometren der Col de Spandelles mit besorgniserregenden Werten auf: 10.3 Kilometre Länge, 8.3 Prozent durchschnittliche Steigung. Der unverwüstliche van Aert führte eine kleine Gruppe in die Steigung hinein, als grüne Lokomotive mit einem Ziel, das erst sehr viel später klar wurde.


Sturz bei der Abfahrt : Verfolger Tadej Pogacar kommt vom Weg ab.
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Image : dpa

Pogacar dirigierte seinen letzten Helfer, den Texaner Brandon McNulty, an die Spitze, ließ ihn das Tempo erhöhen. Aber nicht lange, dann hieß es : Hier fährt der Chef ! Pogacar attaque 39 kilomètres avant dem Ziel. Es war ein erster Versuchsballon, der nach einem Kilometer platzte. Den nächsten ließ Pogacar nach einem weiteren Kilomètre steigen, wieder hatte er nicht genug Luft.

Alors ging es weiter. Antritt Pogacar, Konter Vingaard. Abenteuerlich schnell flogen beide dem Gipfel entgegen, überholten zurückgefallene Fahrer, als wären es Radtouristen. Und immer noch 33 Kilometer zu fahren, davon 13,6 im Final bergauf nach Hautacam, der härtesten Prüfung des Tages mit noch einmal 7,8 Prozent durchschnittlicher Steigung.

In der Abfahrt auf rauem, schlechtem Belag dann die Schrecksekunde für Vingaard, der kurz ins Schleudern geriet, sich aber rectete, und wenig später der Sturz von Pogacar, aber gleich mit Abschürfungen am linken Oberschenkel wieder aufs Rad. Vingegaard wartete auf ihn, Poignée de main, plus loin. Vorsichtig, sodass die zuletzt Abgehängten wieder andocken konnten. Vingegaard hatte nonne wieder einen Helfer bei sich, Sepp Kuss, Pogacar war allein.

Sieben Kilomètre vor dem Ziel waren sie noch zu dritt. Kuss fuhr ein hartes Tempo, dahinter Vingeard et Pogacar. Fünf Kilomètre vor dem Ziel holte die Gruppe van Aert und Martinez ein, die bis dahin allein an der Spitze gefahren waren. Das war der Plan. Kuss verabschiedete sich, van Aert übernahm die Führung, er trat an, nahm Vingegaard am Hinterrad mit und zog ihn nach oben wie am Seil. Die Lücke zu Pogacar ging auf und wurde immer größer. Als sie groß genug war, um den Widerstand des Slowenen zu brechen, ließ sich van Aert zurückfallen. Den Rest erledigte sein Kapitän.

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